Arbeiten wo andere Urlaub machen: Eine Woche New York City

25 Tage im Jahr richtig Urlaub machen und dann natürlich gar nicht an Arbeit denken. Das ist ungefähr die Vorstellung vieler, die immer noch Zeit gegen Geld eintauschen und Arbeit als Arbeit betrachten und nicht als etwas was man mit Herz und Leidenschaft macht.

Subway Times Square New York

Statt in New York von einer Touristenattraktion zur nächsten zu hetzen, wollte ich einmal erleben wie es ist, in New York zu leben und zu arbeiten: Morgens mit den anderen Berufspendlern in die Stadt fahren, mittags irgendwo was essen und abends wieder raus aus der Stadt.

„Es gibt für alles eine App“

Nie war es einfacher, Anschluss zu finden und sich coole Veranstaltungen auf Meetup.com raus zu suchen oder einfach über WorkHardAnywhere den nächsten Coworking Space oder ein freundliches Cafe zu finden.

Microsoft Store in New York

Zum Beispiel bin ich an einem Tag morgens zum Tech-Breakfast bei Microsoft, um dann an den eigenen Projekten weiter zu arbeiten und abends noch zur Fuck Up Night bei WeWork. Da bei meinen Projekten leider nicht alles gerade rund läuft, habe ich spontan von meinen eigenen Fuck Ups erzählt. Natürlich war ich sowas von aufgeregt, auf English vor den ganzen Start Up Heroes zu sprechen. Challenge your comfort zone!!!

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Durch Zufall habe ich in der WHA-App den Impact Hub NYC  gefunden und dort direkt eine kostenlose Probewoche gestartet. Sehr, sehr schöner Coworking-Space, der gerade noch von Sam uns seinem kongenialen Team aufgebaut wird. Im Vergleich zu Berlin und Köln scheint mir aber alles anonymer abzulaufen.

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Jeder sitzt hier vor seinem Macbook und ist doch ein Stück weit Einzelkämpfer statt die Vorteile zu nutzen und sich gegenseitig „anzuhauen“. Selbes Phänomen auch im Starbucks oder in der Bahn, wo Dutzende Menschen auf engstem Raum sich nicht mal eines Blickes würdigen.

Challenges und Hacks

Klingt also alles ziemlich entspannt und trotzdem gibt es die üblichen Herausforderungen, über die jeder digitaler Nomade berichtet. Anschluss finden (s.o.), stabiles WLAN, Routinen. Folgendes hat für mich gut funktioniert und darüberhinaus habe ich noch bewusst einige zusätzliche Challenges wie dem spontanen Speak auf der Fuck Up Night eingestreut:

Early Bird

An keinem Morgen später als 4 Uhr aufgestanden. Dann erfolgt eine strenge Morgenroutine. Struktur ist gerade außerhalb der Homebase nicht so einfach und eine Routine hilft dabei. Und hier ist der Hack, den auch schon die Olympia-Athleten angewendet hatten. Einfach den Tag/Nacht-Rhythmus an die deutsche Zeitzone anpassen was bei 5 Stunden Zeitunterschied wirklich kein Problem ist. Bei kurzen Auslandsaufenthalten vermeidet man so den doppelten Jetlag.

Ernährung

Gerade in Amerika gibt es an jeder Ecke süße Verlockungen (*Ich liebe die Holiday-Season bei Starbucks*) und nach einem Marathon gönne ich mir für einige Wochen auch mal gerne etwas. Trotzdem kann das auf Dauer ganz schön ins Geld gehen, wenn man jedes Mal 20$ im Starbucks lässt und außer Koffein und Zucker nicht viel Value bekommt.

Starbucks: Holiday Snowman Cookie

Ich weiß hier immer noch nicht was ich überhaupt kaufen soll, da die Supermärkte so krass überfüllt sind und die guten Sachen abnormal teuer sind. Gut funktioniert hat für mich, einige Basic-Foods aus Deutschland mitzunehmen.

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Dazu gehören hochwertige Protein-Pulver und -Müsli, Aldi-Nussmischung und Quinoa. Das ist sehr preiswert, platzsparend und der Morgen und Abend sind dann schon gesichert. Mittags esse ich mich im Whole Foods Markt richtig satt.

Minimalismus

Teleobjektiv und zahlreiche Oberteile kommen unbenutzt einfach wieder zurück nach Deutschland. Alls in einem Rucksack wird für mich zwar nie klappen, aber alleine schon die Zeit beim Einpacken, Auspacken und Waschen lässt sich noch gut reduzieren.

Payment

Als kleine Challenge wollte ich den ganzen Aufenthalt nicht einen einzigen Dollar in Papierform ausgeben, da ich absolut kein Freund von Bargeld bin. Dank Kreditkarte und neuer NFC-Technologie war das auch tatsächlich kein Problem. Im Gegenteil: Es ist so einfach und macht fast Spaß, kurz die Kreditkarte irgendwo gegen zu halten und dann noch zu hören: „Oh you Germans have the cool cards“. Endlich mal etwas wo wir schon weiter als Amerika sind.

Fazit: Von Challenge eigentlich keine Spur, wenn man sich trotzdem noch alles kaufen kann was man will und nicht mal etwas Kleingeld für Homless dabei hat… #fail Wirklich ohne Geld wäre mal ein krasses Experiment.

Diszipliniertes Arbeiten

Das ist tatsächlich eine Challenge, wenn vor der Tür die Sonne auf New York scheint und die Freunde in Köln und auf Facebook Karneval feiern. Dann trotzdem an seinen Most Important Tasks zu arbeiten erfordert etwas Disziplin.

In Summe hat das wirklich gut geklappt. Pomodoro-Sprints auf Basis der Wunderliste und Go. Manchmal fällt es nur schwer, ein Ende zu finden, wenn man gerade im Flow ist und erst aufhört zu arbeiten, wenn die Sonne schon wieder untergeht. Der Unterschied: Hier arbeitet man für seine Ideen und für seine Geldbörse und im Einklang mit seinem Biorhythmus.

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Beispiel: Ende Oktober trotz schlechtem Befinden noch voll gearbeitet und am 8.11 in New York bei ähnlichem Stress-Level einfach mal eine Pause eingelegt. ?

Abends abreisen

„Cool, wir fliegen abends zurück. Da haben wir ja morgen noch einen ganzen Tag“. Das kann tatsächlich ein Hack sein, der bares Geld spart, weil man eine Übernachtung weniger braucht. Hat bei mir super geklappt und es gab auch keinen Jetlag.

Vorausgesetzt, man findet eine Lösung fürs Gepäck (z. B. AirBNB-Wohnung oder im Coworking-Space), kann im Flieger einigermaßen gut schlafen (Noise-Cancellation-Kopfhörer nicht vergessen!) und kann auch mental abschalten und wirklich im Jetzt leben. Viele Reisenden sind mit den Gedanken eben doch schon beim Abflug und so sieht der Plan mit dem Abendflug dann eher so aus:

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Fazit

Ortsunabhängiges Arbeiten fühlt sich bisher wirklich toll an und ich würde jederzeit wieder „im Urlaub arbeiten“. Tatsächlich kann ich es kaum erwarten, ab dem 01.01.2017 selbst ein Location Independent Entrepreneur zu sein. Dafür kann man ja dann in der Homebase Köln Urlaub machen wo andere arbeiten. ?

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