Lissabon, die liebliche Bucht

Ein fantastisches Wochenende in Lissabon liegt hinter uns und besser hätte es wirklich nicht sein können. Obrigado, Lisboa – Du warst so gut zu uns! 🙂

Aber der Reihe nach: Anlass der Reise war ursprünglich der auf der Brücke des 25. April startenden Halbmarathon (Mein Rennbericht hier) und da passte es sehr gut, dass meine Freundin und ich Städtereisen lieben und sowieso dem Wetter hierzulande entfliehen wollten.

Flug und Unterkunft

Flüge kosten nur ca. 200 Euro und für unsere schöne airbnb-Sonnenwohnung haben wir ca. 45 Euro die Nacht bezahlt. Die drei Flugstunden in die westlichste Region Europas stellen auch keine große Hürde dar.

Lissabon selbst ist auch sehr günstig. Essen und Trinken kostet selbst in „Touristenfallen“ etwa die Hälfte was man gewohnt ist. Die Fortbewegung per Metro (1,45 Euro) oder Uber ist ebenso praktisch wie günstig. Uber können wir besonders empfehlen, da ihr bei unbekannten Zielen auch direkt ein Navi habt und nach Strecke statt nach Zeit bezahlt. Gerade in Lissabon dauert es nämlich aufgrund der Berge und des Verkehrs schon mal länger:

Orientierung an Tag 1

Um sich einen Überblick zu verschaffen, gibt es einen ganz einfachen Tipp. Begebt Euch auf einen der zahlreichen Aussichtspunkte und Ihr werdet vom Anblick wirklich entzückt sein. Bekannt sind die Orte Miradouro da Senhora do Monte und Miradouro Sao Pedro de Alcantara. 

Beim Miradouro Sao Pedro de Alcantara könnt Ihr sogar mit dem Aufzug(!) oder bequem per Tram vorbeischauen. Der Aufstieg zu Fuß ist dank der vielen schönen Häuser und kleinen Kaffees mit Einheimischen aber auch sehr kurzweilig.

Kleiner Tipp: Macht Euch nicht zu viel Stress mit Sehenswürdigkeiten. Als wir nach einigen Tagen in Google Trips (absolute Empfehlung!) nach neuen Ausflugszielen gesucht haben, stellten wir fest, dass wir fast alle meine Favoriten schon nebenbei gesehen hatten. Lasst Euch lieber treiben statt ständig von A nach B zu hetzen. Stress hat in dieser schönen Stadt sowieso nichts verloren – die Menschen sind angenehm entspannt. 🙂

Oder setzt Euch genau ein Ziel (z. B. ein schönes Restaurant) und macht dann den Weg dorthin zu Euer Reise. So haben wir am ersten Tag einfach das sehr schöne Tapas-Restaurant Há Tapas no Mercado von Trip-Advisor angesteuert – der alte Trick, aber bisher wurden wir noch nicht enttäuscht. Direkt am ersten Abend hatten wir mit den anderen Touristen, den Besitzern und Einheimischen einen riesigen Spaß und ebenso viel Hunger. Probiert unbedingt die Toasts mit Käse und Paprikamarmelade aus!

Hop On – Startunterlagen Hop off an Tag 2

Der nächste Morgen begrüßte uns mit ganz viel Sonne und nach meiner Morgenmeditation auf der schönsten Bank der Welt wir beschlossen, die Stadt zunächst per Sightseeing-Bus zu erkunden.

Hop On Hop Off ist neben Uber unser persönliche Travel Hack. Klingt zwar ziemlich spießig, doch bei schönem Wetter ist es einfach eine tolle Möglichkeit, sich in nur zwei Stunden einen guten Überblick zu verschaffen. Aus dem Bus zu fotografieren funktioniert allerdings für mich überhaupt nicht. Da kommt nur Mist raus 😉 (unscharf, stürzende Linien, Kameraeinstellungen vs. zu schnelle Situationswechsel, uvm.).

In Lissabon konnten wir die Busse auch ganz pragmatisch als Fortbewegungsmittel zur Marathonmesse nutzen, um die Startunterlagen abzuholen und dann einen Abstecher nach Belém weiter westlich zu machen. Schon von weitem sieht man die Schlange vor Pastéis de Belém.

Das war eine gute Gelegenheit, die Glykogenspeicher für den Halbmarathon mit kleinen leckeren Blätterteig-Törtchen zu füllen.

Zu Hause angekommen stolperten wir praktisch in eine Art Food-Holi-Festival auf dem Martim Moniz Platz, der nur 100m von unserer Wohnung entfernt lag. Ein buntes und ausgelassenes Treiben mit wuchtigen Bässen, die zum Glück irgendwann verstummten und ich vor dem Wettkampf noch eine ruhige Nacht fand. 😉

Die Spuren dieser bunten Party sah man übrigens noch am Montagmorgen aus der Luft (lila Farbe im rechten Drittel). 😉

Race- und Beach-Day an Tag 3

Am Wettkampftag gibt es eigentlich immer etwas, das nicht perfekt ist. Doch irgendwie hat an dem Sonntag alles gepasst: Nach einem starken Halbmarathon wurden ich von meiner Freundin im Ziel erwartet und wir sind direkt weiter zum Meer gedüst. Keine Bilder gemacht, aber es war einfach schön!

Drone Day an Tag 4

Der Montag startete mit einer kleinen Challenge. Ob ich es wohl bis zum Sonnenaufgang zum Castelo gegenüber schaffen würde?

Die Antwort lautete „Ja“, doch leider war es noch geschlossen und insgesamt scheinen Portugiesen eher spät aus den Federn zu kommen. Jedenfalls war die Stadt nahezu leergefegt und außer ein paar streunenden Hunden und Nachtschwärmern traf ich kaum Menschen. Wie praktisch, da ich dann etwas ungestört meine Drohne steigen lassen konnte und so doch noch Challenge gewann: Das Das Castelo de São Jorge besuchen. 😉

Auch in Lissabon musste ich schnell feststellen, dass man aus der Vogelperspektive eine Stadt noch mal völlig neu entdecken kann.

Für Drohnenflieger scheint es jedenfalls super Voraussetzungen zu geben: Günstige Regularien, viele Motive und eine super Reichweite dank der Aussichtsplattformen.

Nach der Erkundung per Luft haben wir die Besichtigung auf dem Boden fortgesetzt und uns für heute zwei Ziele vorgenommen, die uns ein Uber-Fahrer empfohlen hatte: Der Time Out Market und die LX Factory.

Der Time Out Market ist eine Art Food Court, in dem vorwiegend Fisch, aber auch zahlreiche andere leckere Speisen angeboten werden. Mit Sichten und Fotografieren haben wir gewiss eine Stunde verbrachte bevor ich mich auch endlich entschieden hatte, welchen Fisch ich denn essen wollte. 😉 Das Fisch-Risotto hat sich gelohnt!

Danach sind wir weiter zum LX Factory Gelände und hatten sehr große Erwartungen an die Industrieanlagen mit viel Kunst, kleinen Stores und Kaffees.

Im Hochsommer bestimmt eine tolle Location, um den Tag und die ganze Nacht dort zu verbringen – bei unserem Besuchen hatten aber nur ca. 30% der Läden geöffnet und für einen leckeren Kaffee und schöne Portrait-Fotos mit Graffiti und Abendsonne hat es trotzdem gereicht. 🙂

Same same on Day 5

Eigentlich war unser letzter Tag in Lissabon ein Klon des Vortages. Ich finde, man darf auch im Urlaub Routinen entwickeln und tolle Restaurants und Orte auch ein zweites Mal besuchen statt immer nur zu schauen ob es nicht was Besseres gibt.

Der Tag startete für mich mit einem Ausflug zum bekannten Park Parque Eduardo VII de Inglaterra.

Von dort konnte ich den ganzen Park plus der sehr berühmten Av. Liberdade überblicken, die beim Monumento Marques de Pombal beginnt:

Danach haben wir dem berühmten Flohmarkt Feira da Ladra noch einen Besuch abgestattet. Er ist sehr schön am Pantheon gelegen und es wird wirklich echte Flohmarktware statt billige Neuware angeboten.

Als alter Flohmarkt-Veteran hatte ich jedenfalls meinen Spaß!

Anschließend wollten wir uns den Mercado De Lisboa ansehen – ein klassischer Markt in Lissabon. Es hat etwas gedauert bis wir ihn fanden, da er mittlerweile zum Time Out Market dazu gehört. Ein cooles Konzept: In der linken Halle befindet sich der Food Court und in der Rechten der traditionelle Markt.

Hier gibt es viel Fisch, Obst und Gemüse. Manche Sorten wie die „Yams Wurzel“ kannte ich noch gar nicht. 😉

Essen zu fotografieren macht hungrig und deswegen haben wir uns schnell nach nebenan begeben. Als Vorspeise hatte ich bereits am Vortag das Brot mit Sardinen ins Auge gefasst.

Als Hauptspeise gab es ausgezeichnetes Rind mit Spinat, Kartoffeln und Iberico Schinken.

Ich weiß nicht wie viele Stunden wir schließlich im Time Out Market verbracht haben und nachdem wir noch diverse andere Speisen, Eis, Schokoladenmandeln und tollen Kaffee probiert hatten ließen wir den Tag in einer umgebauten Klinik bei Sonnenschein ausklingen.

Fazit: Willkommen in der Sammlung der Lieblingsstädte!

Das Essen, das Wetter (die meisten Sonnenstunden), Sandstrand am Meer, die entspannten und freundlichen Menschen, die tollen Bauwerke und all das was wir noch nicht gesehen haben machen die Stadt schon jetzt zu einer meiner Lieblingsstädte. Dabei habe ich das ganze Thema „Startup City“ noch gar nicht betrachtet.

Wart Ihr schon mal in Lissabon? Falls nein: Unbedingte Empfehlung. Falls ja: Wann geht es wieder hin und was wollt Ihr Euch anschauen? 😉

Weitere Lissabon-Bilder findest Du übrigens auch in meinem flickr-Account.

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