Singapur: Wie New York, nur ohne Seele

Gerade komme ich aus einer faszinierenden Großstadt zurück: Singapur. Der Stadtstaat mit knapp 6 Millionen Einwohnern vereint auf beeindruckende Weise asiatische und westliche Kulturen. Die Amtssprache ist englisch, die Bewohner nutzen die gleichen Apps wie hierzulande und gehen in den gleichen Geschäften einkaufen.

In dem Land, das ein höheres Pro-Kopf-Einkommen als Deutschland hat, fehlt es scheinbar an nichts und so konnten wir ein paar schöne Tage dort verbringen. Morgens bin ich auf den perfekten Laufstrecken des Hafenbeckens und des angrenzenden Parks in den Tag gestartet bevor wir uns in einem der vielen Food Courts auf den Tag vorbereitet haben.

Danach ging es mit dem nahtlosen U-Bahn-Netz zu einer der Sehenswürdigkeiten wie dem botanischen Garten oder dem künstlichen Strand auf Sentosa.

Am Abend durfte natürlich ein Besuch in einer der Skybars nicht fehlen um mit Touristen und Geschäftsleuten den Tag ausklingen zu lassen.

Spätestens nach drei Tagen wird die Stadt jedoch langweilig und man gibt für vier Bier 80$  aus als wäre es völlig normal. Die Menschen sind im Vergleich zu Tokio zwar wirklich offen und gut drauf, doch trotzdem fehlt es in Singapur meiner Meinung nach an einigen Dingen, um sich dort für mehr als drei Tage richtig wohl zu fühlen.

Während in New York, Berlin und Paris viele spannende Dinge auf der Straße passieren, ist in Singapur meiner Meinung nach alles überreguliert. Einen Straßenmusiker in der Bahn habe ich vergeblich gesucht. Dem hätte man an der Grenze vermutlich direkt den Pass abgenommen – wir haben einige Geschichten über die Arbeitswelt in Singapur gehört.

Und selbst wer einen Job in Singapur hat, darf aufgrund der Lebenshaltungskosten weit außerhalb der Stadt wohnen. Für Menschen, die eine Familie gründen wollen, scheint die Stadt dagegen noch weniger geeignet. Insgesamt habe ich nur sehr wenige Kinder gesehen.

Fazit: Singapur ist meiner Meinung nach ein Must-Visit, bei dem man sich ähnlich wie in Las Vegas eher nur für kurze Zeit an den zugegeben atemberaubenden Eindrücken erfreuen kann.

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